Krebs - Mausversuch University of Texas
Quelle: Einbecker Morgenpost 23.08.2006 (Zitate aus Fachjournal „Nature Medicine“)
Betablocker könnten Risiko senken
„Stresshormone helfen dem Körper, kritische Situationen zu meistern.
Ein dauerhaft erhöhter Adrenalinspiegel ist allerdings ungesund. So kann chronischer Stress das
Wachstum von Krebstumoren fördern.
Wie das geschieht, konnten amerikanische Forscher jetzt am Mausmodell zeigen. Danach besitzen auch
Eierstockkrebszellen Rezeptoren für Stresshormone. Deren Bindung stimuliert unter anderem das
Wachstum neuer Blutgefäße, die den Tumor mit Nährstoffen versorgen.
Mit Medikamenten aus der Gruppe der Betablocker ließ sich diese Krebs fördernde Wirkung
verhindern.
Eine solche Behandlung könnte sich als sinnvolle Begleittherapie für Krebspatienten erweisen,
schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal „Nature Medicine“.
„ Bisher war nicht bekannt, ob Rezeptoren für Stresshormone eine Bedeutung für das Krebswachstum
haben“, sagt Anil Sood vom Krebszentrum der University of Texas in Houston.
In 17 von 19 untersuchten Zellinien von Eierstocktumoren konnte sein Forschungsteam die gleichen
sogenannten Beta-adrenergen Rezeptoren nachweisen, die auch im Herzmuskel vorkommen.
Betablocker, die diese Andockstellen für Stresshormone hemmen, werden zur Behandlung von
Herzkrankheiten eingesetzt, um Pulsfrequenz und Blutdruck zu senken.
Die Wissenschaftler arbeiteten mit Mäusen, denen menschliche Eierstockkrebszellen injiziert
worden waren.
Sie erzeugten Stress, indem sie die Tiere für täglich zwei oder sechs Stunden in extrem kleine
Käfige einsperrten.
Nach drei Wochen hatten sich bis zu 3,6 mal mehr Tumoren gebildet als bei nicht gestressten
Mäusen.
Wurden die Mäuse mit dem Betablocker Propranolol behandelt, blieb der Dauerstress ohne Wirkung auf
das Krebswachstum. „Das Medikament neutralisierte den Stresseffekt völlig“, sagte Sood.
Die weiteren Arbeiten sollen zeigen, inwieweit der Einsatz von Betablockern die Krebs fördernde
Wirkung von chronischem Stress für Patienten mit Eierstockkrebs verhindern kann.
wsa
Anmerkung:
Im Internet finden Sie ergänzend, dass in der parallelen Gruppe (2 Stunden unter Stress) sich nach
drei Wochen nur bis zu 2,5 mal mehr Tumoren gebildet hatten als bei nicht gestressten Mäusen.
Die Stressdauer hat offensichtlich einen signifikanten Einfluss auf Wachstum und Anzahl von
Tumoren.
Was passiert mit den Mäusen, haben Sie 24 Stunden Stress?
Liegt hier das Geheimnis des "Streuens", von dem viele Schulmediziner oft
sprechen?
Und:
Was passiert mit den Tumoren, kommen die Mäuse zurück in ein stressfreies Umfeld? Beginnt die
immunologische Tumorabwehr wieder ihre "normale" Arbeit und baut die durch Stress sich vermehrenden
Tumoren wieder ab?

Zum Nachlesen in Englisch
Artikel in Nature Medicine
Artikel zum Mausversuch als Kopie in PDF-Format
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